Vilém Flusser

 

Vilém Flusser lebte von 1920 bis 1991 und ist als Medienphilosoph und Kommunikationswissenschaftler einer der bekanntesten Theoretiker Neuer Medien. Trotz seiner teilweise veralteten Weltansichten und seinen provokativen Zukunftsvisionen wird er bis heute noch sehr für seine Theorien und kritischen Analysen geschätzt. In seinen Büchern, Vorlesungen und Interviews kritisiert und hinterfragt er hauptsächlich die Entwicklung und den Erfolg neuer Medien und wird daher auch als „Digitaler Denker“ bezeichnet.

 

 

sein Leben

 

Vilém Flusser wurde 1920 in Prag geboren und begann dort 1938 sein Studium für Philosophie an der Karls-Universität. Da er Jude war, musste er 1939 wegen den Nationalsozialisten aus Prag fliehen und zog gemeinsam mit seiner zukünftigen Frau Edith nach England. Seine Eltern, Großeltern und Geschwister wurden von den Nazis in Konzentrationslager verfrachtet und dort getötet. Nach einem Jahr Aufenthalt als Student der London School of Economics zog er mit seiner Frau nach Brasilien wo er 1950 sein Studium in San Paolo abschloss. Bis 1961 arbeitete er als Manager in einer Firma für Import und Export und beschäftigte sich nebenher weiterhin mit der Philosophie. Zwei Jahre darauf wurde er Mitglied beim Brazilian Institute of Philosophy, wo er schließlich Lehrender für Kommunikationstheorien wurde. Ab 1967 war er als Professor in der Escola Superior de Cinema in São Paulo tätig und lehrte dort Kommunikation. Nach 5 Jahren verließen Edith und er aus Grund politischer Veränderungen, durch das Militär, Brasilien und zogen nach Italien, wo er sich an einigen Vorlesungen beteiligte. Einige Jahre später zog er schließlich in die Provence um dort zur Ruhe zu kommen. 1984 veröffentlichte er sein bekanntestes Buch “Für eine Philosophie der Fotografie”. 1991 starb Vilém Flusser auf Grund eines Autounfalls mit 71 Jahren. 

 

 

Als Autor

 

Während seines nomadischen Lebens als Philosoph schrieb Flusser viele Bücher, hielt Vorträge und wurde häufig interviewt. Hauptsächlich beschäftigte er sich mit der Entwicklung neuer Medien und deren Auswirkungen auf das aktuelle und zukünftige Leben der Menschen. Trotz seiner Kritik am Erfolg neuer Technologien blieb seine Haltung diesbezüglich meist unklar. Flusser hatte immer eine besondere Art zu denken, zu diskutieren und zu hinterfragen. Überraschende Perspektiven, provokative Übertreibungen und Widersprüche gehörten zu seinem Stil, Dinge zu betrachten und zu diskutieren. Seine Absicht bestand vor allem auch darin in seinen Texten und Büchern immer einen offenen Dialog mit dem Leser zu führen um diesen für neue Denkanstöße zu aktivieren und animieren. Auch die Methode der Übersetzung und Verfassung seiner Vorträge und Bücher auf unterschiedlichen Sprachen, hauptsächlich auf Portugiesisch und Deutsch, dienten ihm dazu, seine eigenen Texte neu zu interpretieren und zu verinnerlichen.

 

 

 

Quellen:

 

http://www.flusserstudies.net

http://de.wikipedia.org/wiki/Vilém_Flusser

http://www.flusser-archive.org/aboutflusser/biography

http://www.equivalence.com/labor/lab_vf.shtml

 

Rainer Guldin, Anke Finger, Gustavo Bernardo: Vilém Flusser

Verlag Wilhelm Fink, Paderborn, 2009, UTB 3045

 

 


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