Interaction of Color

Der Farbunterricht des langjährigen und erfahrenen Lehrbeauftragten Josef Albers sind passend in seinem Buch „Interaction of Color“ zusammengetragen und zusammengefasst. Die Lektüre erschien 1963 zum ersten Mal und beinhaltet nach wie vor den Geist und die mentale Stimmung der 60er Jahre. Wer hier ein aufschlussreiches, sinnvolles oder pragmatisches Lehrbuch erwartet, wird schnell enttäuscht. Es handelt sich bei dem Band vielmehr um ein Handbuch zur Unterrichtshilfe, ideal für Dozenten, Studenten, Schüler und möglicherweise auch Kunsttherapeuten.

 

Als eventuell bahnbrechende Methode seiner Farblehre war in erster Linie die bewusste Ablehnung von theoretischen Farbsystemen. Albers war ein starker Verfechter des Glaubens, dass man visuelle Phänomene wie das Sehen und Deuten von Farbe nicht anhand Theorien nachforschen sondern aktiv durchs eigene Erforschen und Erleben erst verstehen kann. Außerdem war ihm als schaffender Künstler ebenfalls bewusst, dass Farbe

täuscht und wir sie nicht, aus mehreren Gründen wie z.B. auch wegen eigener Emotion, objektiv betrachten können.

 

Er stellt am Anfang der Lektüre drei Hauptthesen auf:

 

1. Farbe ist nicht ein physikalisches sondern ein psychologisches Phänomen.

2. Farbe ist das relativste Medium der Kunst.

3. Unser Farbgedächtnis ist – im Vergleich zum Tongedächtnis – sehr schlecht.

 

Im Rest des Buchs schildert und erläutert er viele Übungen und Unterrichtsbeispiele, die alle dazu führen seine Thesen zu veranschaulichen. Sein bevorzugtes Mittel zur Ausführungen der vielen Untersuchungen sind Papierschnipsel, denn sie lassen sich leicht und schnell anordnen und neu ordnen, sie sind preisgünstig, brauchen kein Wasser und deren Pigmentstärke bleibt verlässlich gleich bei jedem neuen Versuch. Einige Themen die dank dieser Vorgehensweise erkundet werden sind Farbenlesen und Farbgefüge, Relativität der Farbe, Farbharmonien, Farbtäuschungen und Farbtemperaturen. Die Herangehensweise Albers ist interessant, denn sie involviert wie in kaum anderen Farblehrbücher das Spielen und Experimentieren. Folglich wirkt die Lektüre natürlich auch autodidaktisch, naiv und etwas esoterisch, dadurch dass auch so gut wie keine relevanten wissenschaftlichen Thesen oder Systematiken verwendet werden. Albers wiederholt sich unnötigerweise an vielen Stellen und vergleicht das Farbensehen mit unzähligen Analogien, wie etwa das Schreiben, das Kochen, das Musizieren, das Theatierspiel, etc. Dennoch lohnt sich das Buch allein um die damals innovative Haltung und liberale Einstellung des Exil-Amerikaners anzueignen, aber das Wie, Weshalb, Warum ist hier nicht heraus zu lesen.

 

 

Verfasst von: Lucas Liccini Visuelle Kommunikation SoSe 2014


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