Stanley Kubrick
Eine literarische Retrospektive

STANLEY KUBRICK (*1928 New York, + 1999 Hertfordshire, England) war einer der größten Filmemacher des vergangen 20. Jahrhunderts. Der progressive Regisseur entfernte sich früh von der kommerziellen Maschinerie Hollywoods und war bekannt für seinen Perfektionismus und Liebe zum Detail. Geliebt von Cineasten und gefürchtet von Kinobetreibern. Seine Filmographie zeichnet sich hauptsächlich durch Qualität aus, Quantität war für Kubrick nie ein Thema. In seiner gesamten Schaffenszeit drehte er nur 13 Filme (in den letzten 20 Jahren davon sogar nur 3), davon jedoch jeder einzelne ein Meisterwerk und manche sogar Meilensteine ihrer Zeit. Seine Werke beschäftigen sich mit der Unnahbarkeit der Realität, den Abgründen und Trieben der menschlichen Psyche und dem Scheitern der Protagonisten an der Menschlichkeit selbst. Sei es in A Clockwork Orange, einer Studie über Gewalt oder Barry Lyndon dem „absoluten“ Historienfilm, Kubrick zeichnet stets sehr dunkle und unterkühlte Charaktere, welche er gekonnt mit tiefer Symbolik und technischer Perfektion in Szene setzt. Ebenfalls war er bekannt dafür mit seinem Schaffen zu provozieren und Kontroversen zu erzeugen was dazu führte das beispielsweise A Clockwork Orange in Großbritannien bis nach seinem Tod unter Verschluss gehalten wurde. Seine Filme und Inhalte verfügen heute noch in vielerlei Hinsicht über Aktualität und werden von Filmwissenschaftern immer noch ausführlich diskutiert. 

In dem im Bertz + Fischer Verlag erschienenen Buch melden sich nun 13 verschiedene Autor Innen zu Wort und referieren über Kubricks Werk. Sie zeichnen grobe Umrisse um seine Filme und werfen Blicke auf verschieden Details.
Beginnend mit zwei aus Zeitungen (FAZ und die Zeit) entnommenen Artikeln wird ein leichter Einstieg in das Thema vermittelt und ein Vorgeschmack auf den darauf folgenden Kernteil des Buches geboten. In diesem werden alle 13 Werke des Regisseurs in zeitlich chronologischer Reihenfolge und mit eingehenden Analysen vorgestellt. Durch Bildsequenzen werden die verschiedenen Macharten und Inhalte hervorragend visualisiert. Mit einem Essay über den Stilist Kubrick endet der Textteil. Am Ende gibt es eine wunderbaren Filmographie (welche Aufschluss darüber gibt woher das gute Design in Kubricks Filmen stammt), Bibliographie, Angaben über die Autor Innen und einem Index.

Zum Buch selbst ist zu sagen das es durchaus gelungen ist. Trotz der großen Anzahl an verschiedenen Publikationen gehen diese nahtlos ineinander über und sind sehr verständlich und präzise verfasst, ohne sich in allzu tiefen psychologischen, semiotischen etc. Analysen zu verlieren. Was ich als sehr positiv empfand war, das es weder sentimental (das Buch ist im Todesjahr Kubricks erschienen) noch huldigend ist. Kubricks Werke waren auch zu Lebzeiten nie frei von Kritik und auch die Autor Innen in diesem Buch finden nicht nur lobende Worte für den großen Meister. Deshalb kann man auf jeden Fall sagen das es sich hierbei nicht nur um eine einfache Hommage an einen Filmemacher handelt, sondern durchaus um eine kritischen Auseinandersetzung mit der Welt und den Werken Stanley Kubricks.


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