Typography
Wege zur Typographie

Auf das dogmatische Regime des Zeichensystems der Schweizer Typografie kamen wie in jeder anderen Diktatur Gegenbewegungen. In „Typography / Wege zur Typographie“ geht es um die Geschichte eines Weges zur Typografie eines der wohl einflussreichsten Gestalter des 20. Jahrhunderts. Er hat begonnen und zündete den Funken der „typografischen Anarchie“, welcher sich am Anfang der neunziger Jahre ausbreitete. Er wurde zur Vaterfigur von dem, was im Nachhinein als „Swiss Punk“, „new wave“ oder sogar „Post-Moderne“ verstanden wurde.

Berühmt für seine experimentellen, expressiven Arbeiten und ungewöhnlichem Zugang zur Typografie, welche die dogmatischen Formen der Schweizer Typografie brachen.

Wolfgang Weingart unterteilt seine Autobiographie; „my way to typography“ in mehrere Abschnitte seines gestalterischen Werdegangs in persönliche und experimentelle Projekten.

Das „erste unabhängige Projekte“, wie er sie nannte: waren die Schriftkreise. Dieses Projekte basiert auf einen Fehler, während seiner Schriftsetzerlehre in Stuttgart: Anstatt den auf den Boden gefallenen Setzkasten wieder einzusortieren, warf Weingart sämtliche Bleisatz-Letter in eine kreisförmig ausgeschnittene Schablone. Dadurch entstanden 2 Druckflächen: Oben und Unten der Bleisatz-Letter. Durch weitere kleine Schablonen konnten Hell/Dunkel Kontraste hergestellt werden. Weingart brachte diese Schriftkreise in Zusammenhang mit seinen Fotografien von Damaskus, Das Überfliegen von Wüstenlandschaften, verfallene Hausmauern und Treppen.

Jede Arbeit bietet Weingart eine Fläche zum Reflektieren seiner Inspirationsquellen und persönlicher Erfahrungen. Seine Arbeiten haben einen pur didaktisch, experimentellen Zugang und eröffnen ihm Wege zu weiteren Gestaltungen.

Bei den Versuchen die Wirkung und Vormacht der Schweizer Typografie zu hinterfragen wurden typografische Untersuchungen zu einer unerfreulichen Wiederholung. Technik und Beweglichkeit der satztechnischen Möglichkeiten waren zu Beginn der 70er Jahre erschöpft.

Inmitten der Entstehung der „unabhängigen Projekte“ wurde ihm immer klarer, dass die Typographie weit über die Grenzen der dogmatischen Schweizer Typografie hinausgehen konnte:

„Nicht nur ein typografisches Konzept existiert in der Schweiz“ Weingarts experimenteller Zugang ist ebenfalls „Swiss“, da es eine natürlicher Prozess, ausgehend von der klassischen „Schweizer Typografie“, wie wir sie kennen war.

Seine Arbeit als „dekonstruktiv“ zu betrachten wäre schlicht primitiv; Seine typografischen Experimente waren stark fundamentiert und basierten auf ein enges Verstehen von Semantik, Syntaktik und Pragmatik der Typografie; als sich auf der anderen Seite die klassische „ Schweizer Typografie“ hauptsächlich auf die syntaktische Funktion von Schrift fokusierte.

Weingart wollte die Grenzen grafische Qualitäten der Typografie ausspannen und erweitern. Wo lagen die Grenzen, wie weit konnte man Verzerren, Verschieben..., ohne, dass Inhalt verloren geht. Bestimmte grafische Modifikationen von Schrift können Bedeutung verstärken/unterstreichen.

 

 

Verfasst von Elias Hanzer | Visuelle Kommunikation | SoSe 2014

 

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